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Differenzinvestition / Komplementärinvestition

Fragen zur Investitions- und Finanzierungstheorie
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Martin
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Differenzinvestition / Komplementärinvestition

Beitragvon Martin » Samstag 16. Juli 2011, 13:04

Hallo,
mir ist das Konzept der Differenzinvestition / Komplementärinvestition noch nicht richtig klar.
Könnte es mir bitte jemand erklären bzw. einen Tipp geben, wo ich das noch mal nachlesen kann?
Danke!

Edit:
Habe gerade etwas gefunden im folgenden I&F-Buch von Ulrich Pape:
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Da ist auf Seite 288 der Begriff der Differenzinvestition sehr gut erklärt.

vgl. Pape (2008), S. 289 (sinngemäß) hat geschrieben:Differenzanalyse wird verwendet, um vollständige Investitionsalternativen zu erhalten. Erst dadurch werden sie vergleichbar. Man will v.a. ermitteln, wie hoch die Rentabilität der Differenzinvestition sein muss, damit sich die Vorteilhaftigkeitsentscheidung nicht umdreht.
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Re: Differenzinvestition / Komplementärinvestition

Beitragvon Wolcanor » Sonntag 31. Juli 2011, 18:40

Um zwei Investitionsalternativen mittels Kapitalwertmethode vergleichen zu können, müssen diese strukturäquivalent gemacht werden, d.h. in Laufzeit und Anschaffungsauszahlung identisch sein. Dieses Problem wird mittels Differenzinvestitionen (Anpassung der Anschaffungsauszahlung) und Investitionsketten (Anpassung der Laufzeit) gelöst.

Man nehme folgendes Beispiel:

Gegeben seien folgende Investitionsalternativen:

I1: t0 = -50.000; t1 = +42.000; t2 = +18.000
I2: t0 = -25.000; t3 = +33.000

Diese sind nicht strukturäquivalent, weil sie sich in Laufzeit und Anschaffungsauszahlung unterscheiden.

Berechnet man den Kapitalwert ohne Anpassung, erhält man:
KWI1 = -50.000+(42.000/1,04)+(18.000/1,04^2) = 7.026,63 Euro
KWI2 = -25.000+(33.000/1,04^3) = 4.336,88 Euro

-> I1 ist vorteilhafter

Unterstellt man, dass beide Investitionen nur einmal getätigt werden können oder wollen und in t = 3 für I1 keine Einzahlungen oder Auszahlungen anfallen, sind beide Alternativen ohne Anpassung vergleichbar und man würde sich für I1 entscheiden.

Ansonten stellen sich aber ja folgende Fragen:
- Was ist in t = 3 für I1, da man mit I2 eine Periode länger gebunden wäre?
- Was passiert, wenn man I2 mehrmals tätigt?

Diese Fragen lassen sich dann mit einer Anpassung der Laufzeit und Anschaffungsauszahlung beantworten.

Die unterschiedliche Anschaffungsauszahlung lässt sich mit einer zweifachen Investition in I2 eliminieren (Differenzinvestition).
Die Zahlungsreihe beträgt dann:

I2: t0 = -50.000; t3 = +66.000

und der Kapitalwert ergibt sich entsprechend:
KWI2 = -50.000+(66.000/1,04^3) = 8.673,76 Euro

Nun ist aber I2 vorzuziehen!

Das unterschiedliche Laufzeit wurde jedoch noch nicht berücksichtigt, da man wie erwähnt an I2 eine Periode länger gebunden ist. Durch Investitionsketten versucht man beide Investitionen also auf die gleiche Laufzeit zu bringen, d.h. man sucht eine Laufzeit, in die beide Investionen exakt reinpassen (sozusagen einen gemeinsamen Nenner). Da die Laufzeit von I1 = 3 Jahre und die von I2 = 4 Jahre beträgt, ist die gesuchte Laufzeit in diesem Fall n = 12 Jahre (gemeinsamer Nenner mit 3*4). In diesen 12 Jahren kann man also I1 = 4 mal tätigen, I2 = 3 mal.

Der endgültige Kapitalwert beider Investitionen ist also:

KWI1 = 4 * 7.026,63 Euro = 28.106,52 Euro
KWI2 = 3 * 8.673,76 Euro = 26.021,28 Euro

-> Entscheidung wieder zugunsten I1

Es gibt sicher noch andere Möglichkeiten, aber diese erscheint mit am nachvollziehbarsten.
Ich hoffe, etwas geholfen zu haben....

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Re: Differenzinvestition / Komplementärinvestition

Beitragvon Wolcanor » Sonntag 31. Juli 2011, 19:11

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Re: Differenzinvestition / Komplementärinvestition

Beitragvon Martin » Sonntag 31. Juli 2011, 19:18

Danke, Du hast mir sehr geholfen. Das mit dem "gemeinsamen Nenner" - also den Investitionsketten - ist auch sehr schlüssig.
Viele Grüße!
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