DKB-Cash - Das kostenlose Girokonto vom Testsieger
BWL-Frage? In 2 Minuten registrieren!

Anstieg der Geldmenge M, Wirkung auf Ls und Lt

Vorlesung von Armin Rohde
Mascarpone
BWL-Forum-Status: Starter
Beiträge: 25
Registriert: Dienstag 2. Februar 2010, 00:50
Studiengang: BWL
Hochschule: Uni Greifswald

Anstieg der Geldmenge M, Wirkung auf Ls und Lt

Beitragvon Mascarpone » Montag 31. Januar 2011, 17:05

Habe eine weitere Frage: Wieso steigt bei einem Anstieg der Geldmenge M die Spekulationskasse und nicht die Transaktionskasse, um das Gleichgewicht M = L wieder herzustellen?

Benutzeravatar
Martin
Administrator
Beiträge: 652
Registriert: Freitag 24. Juli 2009, 15:10
Studiengang: BWL
Hochschule: Uni Greifswald
Wohnort: Greifswald
Kontaktdaten:

Re: Anstieg der Geldmenge M, Wirkung auf Ls und Lt

Beitragvon Martin » Montag 31. Januar 2011, 17:40

Vorweg: Lt ist nur vom Einkommen und vom Kassenhaltungskoeffizienten abhängig! Lt = Lt(Y) = kY
Das Einkommen oder der Kassenhaltungskoeffizient ändert sich bei einer Erhöhung von M nicht.

Das ganze muss man sich vielleicht etwas bildlich vorstellen. Es gibt 3 Schritte:

Ausgangssituation:
Alle Wirtschaftsteilnehmer haben eine konkrete Vorstellung, ob sie Wertpapiere halten oder nicht. Daraus ergibt sich die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach Ls. ("Momentaufnahme")

Änderung des Geldangebots:
Nun wird plötzlich das Geldangebot erhöht. Das Geld wird den Wirtschaftsteilnehmern "aufgedrückt". Das führt dazu, dass die Wirtschaftssubjekte gegenüber der Ausgangssituation mehr Geld halten, als sie halten möchten (denn sie haben in diesem Moment noch ihre alten Präferenzen). Kurz gesagt: Die Wirtschaftssubjekte wollen gar nicht so viel Spekulationskasse.
Darum nutzen sie ihre einzige Alternative zur zinslosen Geldhaltung, nämlich die Anlage in festverzinsliche Wertpapiere.

Anpassung
Annahme: Das Wertpapierangebot ist in diesem Moment fix.

Die plötzlich steigende Nachfrage nach Wertpapieren lässt die Wertpapierkurse steigen.
Jetzt sinken die Zinsen (wegen dem inversem Zusammenhang zwischen WPK und Zins).

Diese sinkenden Zinsen haben zur Folge, dass mehr und mehr Wirtschaftssubjekte Zinssteigerungserwartungen (Wertpapierkurssenkungserwartungen) haben. Als Resultat steigt die Nachfrage nach Spekulationskasse.

anstieg_geldangebot.JPG
Erhöhung des nominalen Geldangebots im keynesianischen Geldmarkt
anstieg_geldangebot.JPG (12.7 KiB) 1696 mal betrachtet


In der Grafik zeigt sich dieser Prozess.
A .. Ausgangssituation
B .. Situation nach Geldangebotserhöhung
C .. Situation nach Anpassungsprozess (Zinsen gefallen, Ls-Nachfrage hat sich erhöht)


P.S.: Wenn's noch weitere Fragen gibt, beantworte ich die gerne (sofern ich's kann).
Heute wirds aber nichts mehr, muss zum Sport.
BWL

Mascarpone
BWL-Forum-Status: Starter
Beiträge: 25
Registriert: Dienstag 2. Februar 2010, 00:50
Studiengang: BWL
Hochschule: Uni Greifswald

Re: Anstieg der Geldmenge M, Wirkung auf Ls und Lt

Beitragvon Mascarpone » Montag 31. Januar 2011, 18:01

Ok, alles verstanden, aber wieso ändert sich Lt bei der Erhöhung von M nicht? Was hat das denn damit zu tun, dass Lt nur vom Einkommen und Kassenhaltungskoeffizienten abhängig ist? Wieso steigt dann nur Ls? Ich könnte doch auch so argumentieren, dass Lt durch Erhöhung von Y oder k steigt, wenn M erhöht wird? Was verstehe ich falsch?

Benutzeravatar
Martin
Administrator
Beiträge: 652
Registriert: Freitag 24. Juli 2009, 15:10
Studiengang: BWL
Hochschule: Uni Greifswald
Wohnort: Greifswald
Kontaktdaten:

Re: Anstieg der Geldmenge M, Wirkung auf Ls und Lt

Beitragvon Martin » Montag 31. Januar 2011, 18:20

Ok, 5 min habe ich noch, also schnell noch ein Antwortversuch:

Die Definition von Lt ist ja, dass es die Geldhaltung für Gütertransaktionen darstellt, also für geplante und feststehende Güterkäufe (weil Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge nciht vollständig zu synchronisieren sind).
Tatsächlich ist es so: Steigt das Einkommen Y um eine Einheit, dann steigt Lt gemäß dem Kassenhaltungskoeffizienten.

Aber:

Du musst es getrennt betrachten. Reden wir über den Geldmarkt, so wird das Einkommen Y stets als gegeben (exogen) betrachtet.
Keine Handlung auf dem Geldmarkt beeinflusst das Einkommen. Weil sich das Einkommen nicht ändert, ändert sich auch Lt nicht.

Die Fusion von Geldmarkt und Gütermarkt findet erst im IS-LM-Modell statt! (Dort gibt es dann Interaktionen, indem die sinkenden Zinsen mehr Investitionstätigkeit verursachen)

So, nun muss ich aber wirklich los.
Wenn noch weitere Fragen sind, beantworte ich die gerne morgen.
Gruß, Martin
BWL


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Makroökonomische Theorie“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast